Der komplette Umzug: Langdock → nuwacom

Nicht nur das Gedächtnis, sondern der ganze Arbeitsbereich. Dieser Leitfaden zeigt für jeden Objekttyp den kürzesten belastbaren Weg von Langdock nach nuwacom, benennt offen, was technisch nicht übertragbar ist, und liefert für jeden dieser Fälle einen konkreten manuellen Ersatzweg.

Die Grundüberlegung vor dem ersten Schritt

Ein Plattformwechsel scheitert selten an fehlenden Daten, sondern fast immer an zu vielen.

Wer versucht, jeden Chat, jede Datei und jede Konfiguration mitzunehmen, erzeugt im neuen System eine Halde, in der das Wesentliche nicht mehr auffindbar ist. Der wirtschaftliche Wert eines Arbeitsbereichs liegt nicht in seiner Historie, sondern in dem, was daraus destilliert wurde: den Instruktionen, die gut funktionieren, den Skills, die Arbeit abnehmen, den Referenzdokumenten, auf die wiederholt zugegriffen wird, und dem Profilwissen über Person und Unternehmen, das jede Antwort präziser macht.

Deshalb folgt dieser Leitfaden einem einfachen Prinzip: Es wird nicht alles migriert, sondern alles bewertet und dann das Wertvolle vollständig migriert.

Warum ein lokaler Ordner die Mitte bildet

Beide Plattformen besitzen APIs, aber sie sind nicht füreinander gebaut. Langdock liefert Daten nur auf Anforderung heraus und ausschließlich an einen Client mit API-Schlüssel. nuwacom nimmt Daten entgegen, über die Oberfläche oder über einen Asset-Endpunkt. Zwischen beiden steht zwangsläufig eine Zwischenstation, und genau diese ist das eigentliche Steuerungsinstrument der Migration.

Langdock

Herausgabe nur auf Anforderung, mit API-Schlüssel oder über die Oberfläche. Kein Push nach außen.

Lokaler Migrationsordner

Hier entsteht die Struktur, die später in nuwacom erscheint. Der wichtigste Schritt.

nuwacom

Nimmt ganze Ordnerbäume per Drag-and-drop an. Alternativ per Asset-Endpunkt.

Weil nuwacom komplette Ordnerstrukturen inklusive Unterordner übernimmt, wird die Ordnung im lokalen Ordner unmittelbar zur Ordnung im Zielsystem. Deshalb lohnt hier ein sorgfältiger Moment.

Kann nuwacom die Daten direkt bei Langdock abholen?

Diese Frage liegt nahe, und die Antwort lautet klar: nein, nicht auf sinnvolle Weise. Vier Gründe sprechen dagegen, und sie sind alle dokumentiert.

01

Browser-Zugriffe sind blockiert

Langdock unterbindet Anfragen mit Browser-Herkunft bewusst, um API-Schlüssel zu schützen. Ein Systemprompt in einer nuwacom-Sitzung agiert im Browser-Kontext und könnte die Langdock-API damit nicht erreichen.

02

Ein Systemprompt ist kein HTTP-Client

Ein Systemprompt ist Text. Ohne ein konfiguriertes Werkzeug kann ein Sprachmodell keine authentifizierte Anfrage an ein anderes System stellen, egal wie präzise die Anweisung formuliert ist.

03

Die entscheidenden Endpunkte fehlen

Für Chatverläufe, Memory-Einträge, Workflows und die Promptbibliothek existiert in Langdock keine Schnittstelle. Selbst mit gültigem Schlüssel wäre das Wichtigste nicht abrufbar.

04

MCP ist ein Nutzungskanal

Langdock stellt zwar einen MCP-Server bereit, dieser exponiert jedoch ausschließlich Agenten als aufrufbare Werkzeuge, nicht die dahinterliegenden Datenbestände. Zum Export taugt er nicht.

Eine nützliche Nebenerkenntnis für die Übergangsphase

Genau weil MCP ein Nutzungskanal ist, lässt sich ein Langdock-Agent mit angehängter Wissensdatenbank während der Parallelphase aus nuwacom heraus befragen. Das ist eine elegante Brücke, um während der Umstellung nicht den Zugriff auf noch nicht migriertes Wissen zu verlieren. Es ersetzt keine Migration, weil die Daten weiterhin bei Langdock liegen, verschafft aber Zeit für einen geordneten Wechsel.

Die Migrationsmatrix

Diese Übersicht ordnet jeden Objekttyp seinem besten Übertragungsweg zu und benennt den realistischen Aufwand. Sie ist die Landkarte für alles, was folgt.

Objekt Weg aus Langdock heraus Weg in nuwacom hinein Aufwand Charakter
Skills Skills-API oder Kopie der SKILL.md aus der Detailansicht Skills → Add Skill → Upload a Skill niedrig verlustfrei 1:1
Dateien Library → Recent Files → Listenansicht → Sammel-Download Wissensdatenbank: Ordner per Drag-and-drop oder Asset-API niedrig Struktur bleibt
Datei-Inventar Knowledge-Folder-API, Listenabruf je Wissensdatenbank begleitendes Manifest als Markdown oder CSV niedrig Kontrollinstrument
Agenten Agent-API liefert die vollständige Konfiguration als JSON Agent neu anlegen, Instruktionen einsetzen mittel Konfiguration ja, Anbindungen neu
Profilwissen MEGA Prompt und Zusatz-Prompts A bis D Markdown-Datei in die Wissensdatenbank mittel separat gelöst
Promptbibliothek kein Export, Prompt-Text manuell kopieren Prompts → Create prompt, Variablensyntax anpassen mittel Auswahl statt alles
Workflows kein Export, Ablauf als Bauanleitung beschreiben Beschreibung in den Chat geben, Workflow wird generiert mittel Neubau mit Rückenwind
Integrationen nicht übertragbar, Zugriffstoken sind gebunden manuell neu verbinden und autorisieren mittel zwingend manuell
Chatverläufe kein Export, keine Chat-API vorhanden nur als verdichtete Wissens-Extrakte hoch bewusst nicht migrieren
Custom Instructions Einstellungen einsehen und kopieren Workspace Settings → AI Guardrails niedrig wird oft übersehen
Projekte Projektinstruktionen kopieren nuwacom Projects mit eigenen Guardrails niedrig manuell, schnell

Der Ablauf in acht Etappen

Die Etappen sind nicht beliebig vertauschbar. Zugänge müssen vor allen Abrufen bestehen, Dateien vor den Agenten wandern, die auf sie verweisen, und die Guardrails sollten früh gesetzt sein, weil alles Folgende in ihrem Rahmen arbeitet.

1

Inventur und Priorisierung

1–2 Stunden

Bevor irgendetwas exportiert wird, entsteht eine Liste dessen, was überhaupt existiert. Diese Liste beantwortet danach eine einzige, entscheidende Frage pro Eintrag: Wurde das in den letzten Monaten tatsächlich genutzt?

Für Agenten und Projekte lässt sich diese Frage objektiv beantworten, denn die Usage-Export-Funktion liefert Nutzungsdaten zu Nutzern, Agenten, Modellen, Projekten und API-Schlüsseln als CSV oder JSON. Damit erhältst Du eine belastbare Rangliste statt eines Bauchgefühls. Alles, was seit Monaten unberührt liegt, wird nicht migriert, sondern nur in der Inventurliste vermerkt. Diese Liste ist selbst ein wertvolles Dokument und gehört später mit in die neue Wissensdatenbank, weil sie festhält, was bewusst zurückgelassen wurde.

  1. Prompt M1 in einem neuen Langdock-Chat ausführen, er erzeugt die maschinell sichtbare Inventur
  2. Seitenleiste manuell durchgehen: Skills, Agenten, Workflows, Promptbibliothek, Library, Projekte
  3. Nutzungsdaten über die Usage-Export-Funktion abrufen und je Objekt die tatsächliche Nutzung prüfen
  4. Je Objekt entscheiden: übernehmen, verdichten oder zurücklassen, und die Entscheidung begründen
  5. Lokalen Migrationsordner anlegen, denn seine Struktur wird zur Struktur in nuwacom
migration-langdock-nuwacom/ ├── 00_inventar/ Inventurliste, Datei-Manifest ├── 01_profilwissen/ Ergebnis des MEGA Prompts ├── 02_skills/ SKILL.md je Skill, ggf. als ZIP ├── 03_agenten/ Konfigurationen als JSON und Dokumentation ├── 04_prompts/ aufbereitete Prompts der Bibliothek ├── 05_workflows/ Bauanleitungen in Prosa ├── 06_dateien/ │ ├── referenzdokumente/ │ ├── vorlagen/ │ └── ergebnisse/ └── 07_integrationen/ Liste der neu zu verbindenden Systeme
2

Zugänge schaffen

30 Minuten

Ein API-Schlüssel entsteht in Langdock unter den Workspace-Einstellungen im Bereich Products bei der API-Konfiguration. Beim Anlegen werden die Berechtigungsbereiche gewählt. Auf der Zielseite erstellst Du parallel einen nuwacom-Schlüssel unter Workspace Settings im Bereich API Keys. Beides ist Administratoren vorbehalten.

  1. Langdock-Schlüssel anlegen mit den Bereichen für Skills, Agenten, Wissensordner und Usage-Export
  2. Jeden Agenten einzeln mit dem Schlüssel teilen, bei Subagenten jeden für sich
  3. Jede Wissensdatenbank mit dem Schlüssel teilen, Viewer-Rolle genügt zum Lesen, Editor zum Schreiben
  4. nuwacom-Schlüssel anlegen und die Space-Kennung notieren, sie wird beim Asset-Upload gebraucht
  5. Schnittstellenbeschreibung unter der eigenen Instanz aufrufen und Erreichbarkeit prüfen

Der häufigste Stolperstein an dieser Stelle

Ein gültiger API-Schlüssel allein genügt nicht. Agenten und Wissensdatenbanken müssen ausdrücklich mit dem Schlüssel geteilt werden, sonst antwortet die Schnittstelle mit einer Zugriffsverweigerung, obwohl alles korrekt konfiguriert erscheint. Diese Freigabe kann nur ein Administrator erteilen.

3

Skills übertragen — der beste Hebel

15 Minuten je Skill

Skills sind der erfreulichste Teil der Migration, weil beide Plattformen dasselbe Dateiformat verwenden. Langdock beschreibt einen Skill als Markdown-Datei mit einem YAML-Kopf, gefolgt vom Instruktionstext. nuwacom akzeptiert beim Anlegen eines Skills exakt diese Formate:

Upload a Skill — Import an existing Skill file in one of the supported formats (SKILL.md, .zip, or .skill)

Damit sind Skills ohne Nachbau eins zu eins übertragbar. Sogar die Grenzwerte stimmen überein: In beiden Systemen sind zwanzig Skills pro Nutzer gleichzeitig aktiv, und der Instruktionstext darf fünfzigtausend Zeichen umfassen. nuwacom erlaubt sogar größere Begleitdateien, sodass in dieser Richtung keine Grenze verletzt wird.

  1. Prompt M2 ausführen oder Skills über die Skills-API abrufen
  2. Je Skill eine SKILL.md mit YAML-Kopf aus Name, Slug und Beschreibung ablegen
  3. Skills mit Begleitdateien als ZIP packen, die SKILL.md muss im Wurzelverzeichnis liegen
  4. In nuwacom über Skills → Add Skill → Upload a Skill hochladen
  5. Je Skill in einem frischen Chat testen, ob er zum richtigen Zeitpunkt anspringt

Der Umzug ist die Gelegenheit zur Qualitätskorrektur

Die Beschreibung ist in beiden Systemen der Auslöser, an dem das Modell erkennt, wann ein Skill greifen soll. Wenn ein Skill in Langdock schon unzuverlässig ansprang, lag das fast immer an einer vagen Beschreibung. Schärfe sie beim Umzug mit konkreten Auslösephrasen, statt den Fehler mitzunehmen.

4

Dateien übertragen

1–3 Stunden

Für Dateien existiert ein überraschend bequemer Weg, der ohne jede Programmierung funktioniert. Der Bereich Recent Files in der Library zeigt alle Dateien des Arbeitsbereichs, unterteilt nach Herkunft in selbst erzeugte, hochgeladene und aus Integrationen importierte. Er bietet Filter nach Dateityp, Zeitraum und Herkunft sowie Stapelaktionen: In der Listenansicht wählt ein Klick auf das Kopfkästchen alle sichtbaren Dateien aus, eine weitere Schaltfläche erweitert die Auswahl auf sämtliche Treffer, und ein Sammel-Download liefert alles auf einmal.

Erzeugte Dokumente lassen sich dabei als Word, PDF oder Markdown herunterladen. Markdown ist für den Import in eine Wissensdatenbank die beste Wahl, weil die Struktur erhalten bleibt und die Datei ohne Konvertierungsverlust zerlegbar ist.

  1. Library → Recent Files öffnen und in die Listenansicht wechseln
  2. Nach Herkunft filtern, je Gruppe alle Einträge auswählen und den Sammel-Download starten
  3. Bei generierten Dokumenten Markdown als Format wählen
  4. Dateien einer Wissensdatenbank per Convert to folder zugänglich machen und herunterladen
  5. Im Migrationsordner thematisch einsortieren, nicht nach Herkunft, und Dubletten entfernen
  6. Manifest erzeugen: Dateiliste mit Name, Typ, Datum und Zusammenfassung als Kontrolldokument
  7. In nuwacom die Wissensdatenbank öffnen und die Ordner per Drag-and-drop hochladen

Drei Einschränkungen, die man vorher kennen sollte

Erstens erscheinen Dateien, die in Folders liegen, und solche, die nur innerhalb von Workflows existieren, nicht in Recent Files. Sie müssen separat geholt werden.

Zweitens lassen sich Dateien aus einer Wissensdatenbank nicht per API herunterladen. Die Schnittstelle liefert nur Metadaten und automatisch erzeugte Zusammenfassungen, aber keinen Inhaltsabruf. Deshalb ist der Weg über die Oberfläche hier maßgeblich.

Drittens gelten bei der Umwandlung einer Wissensdatenbank in einen Ordner die niedrigeren Ordnergrenzen von hundert Dateien und zweihundertfünfzig Megabyte. Zudem ist die Umwandlung blockiert, solange die Wissensdatenbank noch mit API-Zugriffen, Assistenten, Chats oder Automatisierungen verbunden ist.

nuwacom nimmt mehr an als Langdock ausgibt

Die nuwacom-Wissensdatenbank verarbeitet neben Text, Markdown, PDF und Office-Dokumenten auch Tabellen, Bilder und Audiodateien und nimmt komplette Ordnerbäume inklusive Unterordner an. Langdock-Wissensdatenbanken waren auf textbasierte Formate beschränkt. Der Umzug erweitert hier also die Möglichkeiten.

Wer den Vorgang wiederholbar machen will, nutzt den Asset-Endpunkt. Er akzeptiert neben Space-Kennung und Datei auch ein Pfad-Feld als Ordnerarray sowie eigene Metadaten. Besonders angenehm: Der Endpunkt meldet, ob eine Datei neu angelegt wurde oder schon existierte. Der Vorgang ist damit gefahrlos wiederholbar und erzeugt keine Duplikate.

5

Agenten nachbauen

20–40 Minuten je Agent

Für Agenten liefert die Agent-API die vollständige Konfiguration der veröffentlichten Version. Die Antwort enthält Name, Beschreibung, das Feld mit dem eigentlichen Systemprompt, das Modell, die Temperatur, die Gesprächseinstiege, den Eingabetyp sowie die Schalter für Websuche, Bildgenerierung und erweitertes Denken. Die Agenten-Kennung findest Du in der Adresszeile, wenn Du einen Agenten zum Bearbeiten öffnest.

In nuwacom legst Du den Agenten neu an, wahlweise aus einer Vorlage, mit KI-Unterstützung oder von Null. Die Konfigurationsfelder entsprechen den Langdock-Feldern weitgehend, sodass der Systemprompt unverändert einsetzbar ist. nuwacom empfiehlt für Instruktionen eine Gliederung nach Aufgabe, Handlung, Antwortregeln und Ziel. Lässt sich ein übernommener Prompt mühelos in dieses Raster bringen, ist das eine gute Gelegenheit zur Aufräumarbeit.

  1. Je Agent die Konfiguration abrufen, per API oder mit Prompt M3 im Agentenchat
  2. In der nuwacom-Vorlagenbibliothek prüfen, ob eine Vorlage den Zweck schon erfüllt
  3. Agenten anlegen mit Name, Beschreibung und Kategorie
  4. Instruktionen einsetzen, gegliedert nach Aufgabe, Handlung, Antwortregeln und Ziel
  5. Wissensordner aus der Wissensdatenbank anhängen und benötigte Skills verknüpfen
  6. Gesprächseinstiege übertragen, maximal vier, oder das Startformular nachbauen
  7. Mit einer realistischen Aufgabe testen und mit dem alten Verhalten vergleichen

Was die Agenten-Schnittstelle nicht liefert

Anhänge erscheinen nur als Kennungen, weshalb die Dateien separat aus Recent Files kommen müssen. Aktionen und Integrationen tragen arbeitsbereichsspezifische Kennungen und sind neu zu konfigurieren. OAuth-Verbindungen sind grundsätzlich nicht per Schnittstelle übertragbar. Formularfelder sind unvollständig beschrieben, sodass Feldtypen, Auswahloptionen und Dateitypbeschränkungen von Hand nachzubauen sind. Gesprächsverläufe wandern ohnehin nicht mit.

6

Prompts übertragen

2–3 Minuten je Prompt

Die Langdock-Promptbibliothek besitzt keinen Export. Prompts müssen einzeln kopiert werden, was den Blick zwangsläufig auf die Frage lenkt, welche Prompts diesen Aufwand wert sind. Erfahrungsgemäß ist das eine kleine Minderheit, und genau darin liegt die Chance: Der Umzug ist die beste Gelegenheit, eine über Jahre gewachsene Sammlung auf die tatsächlich genutzten Stücke zu reduzieren.

  1. Prompt M5 auf die ausgewählten Prompts anwenden
  2. Variablensyntax umschreiben, das ist der entscheidende technische Schritt
  3. In nuwacom über Prompts → Create prompt anlegen, mit Titel, Kategorie und Beschreibung
  4. Sichtbarkeitsbereich festlegen: Editor, Chat oder Erstellungsbereich
  5. Wo bisher Formulare genutzt wurden, die Formularanzeige der Variablen aktivieren

Ein Zeichen entscheidet über Funktion oder Fehlverhalten

Langdock kennzeichnet Variablen mit doppelten geschweiften Klammern, nuwacom hingegen mit einfachen. Wer Prompts unverändert überträgt, erhält Platzhalter, die nicht als Eingabefelder erkannt werden. Die Umschreibung ist trivial, aber unverzichtbar.

7

Workflows neu erzeugen — schneller als erwartet

30–60 Minuten je Workflow

Workflows sind in Langdock nicht exportierbar, und selbst wenn sie es wären, ließe sich das Ergebnis nicht importieren, weil nuwacom ein eigenes Format verwendet. Innerhalb von nuwacom existiert zwar ein Austauschweg, bei dem ein Workflow als JSON heruntergeladen und von anderen Nutzern wieder hochgeladen wird, doch dieser Weg beginnt erst in nuwacom.

Die gute Nachricht ist, dass der Neubau kaum Aufwand kostet, wenn man ihn richtig angeht. nuwacom kann einen mehrstufigen Workflow aus einer Beschreibung im Chat automatisch erzeugen und stellt ihn danach im visuellen Builder zur Feinjustierung bereit. Der effizienteste Weg besteht daher darin, jeden erhaltenswerten Ablauf einmal sauber in Prosa zu beschreiben und diese Beschreibung in den nuwacom-Chat zu geben.

  1. Je Workflow Prompt M4 ausführen und die Bauanleitung ablegen
  2. Beschreiben: Auslöser, Eingaben, Schrittfolge, Verzweigungen, externe Systeme, Ausgabe, Fehlerfälle
  3. Den erzeugten Beschreibungsabsatz in den nuwacom-Chat einfügen und generieren lassen
  4. Ergebnis im visuellen Builder prüfen, mit echten Daten testen und veröffentlichen

Die Bauanleitung hat doppelten Wert

Die in Prosa beschriebenen Abläufe sind gleichzeitig Bauanleitung und Dokumentation. In Langdock existierte diese Dokumentation vermutlich nirgends. Nach dem Umzug liegt sie vor und macht jede künftige Änderung nachvollziehbar.

8

Guardrails, Integrationen und Projekte

variabel

Zum Abschluss folgen die Elemente, die häufig vergessen werden, obwohl sie die Antwortqualität am unmittelbarsten prägen. Was in Langdock als Custom Instructions oder Workspace-Beschreibung hinterlegt ist, gehört in nuwacom in die AI Guardrails der Workspace-Einstellungen. Wird dieser Schritt übersprungen, verhält sich die neue Plattform generisch, obwohl alles andere korrekt migriert wurde.

  1. Custom Instructions und Workspace-Beschreibung aus Langdock kopieren
  2. In nuwacom unter Workspace Settings die AI Guardrails setzen: Tonalität, verbindliche Regeln, zu vermeidende Begriffe, Positiv- und Negativbeispiele
  3. Liste der benötigten Integrationen erstellen, mit Angabe, welche Agenten darauf angewiesen waren
  4. Integrationen in nuwacom einzeln verbinden und autorisieren
  5. Projekte anlegen, Dateien als Projektkontext zuordnen, projektbezogene Guardrails setzen
  6. Wirkung mit einer Testanfrage prüfen, die vorher typisch war

Fehlende Übertragbarkeit von Zugriffstoken ist kein Mangel

Integrationen und OAuth-Verbindungen müssen ausnahmslos manuell neu eingerichtet werden. Das ist eine Sicherheitseigenschaft, denn Zugriffstoken sind absichtlich nicht portierbar. Notiere daher vorab, welche Verbindungen bestanden und wer sie freigegeben hatte. Diese Liste wird zur Abarbeitungsliste im neuen System.

Reihenfolge und Zeitrahmen

Für einen typischen Arbeitsbereich mit einer Handvoll Skills, wenigen aktiven Agenten und einem überschaubaren Dateibestand ist die Migration an zwei konzentrierten Arbeitstagen zu schaffen.

Nr.SchrittAufwandAbhängigkeit
1Inventur und Priorisierung1–2 Stundenkeine
2Zugänge und Freigaben30 MinutenAdministratorrechte in beiden Systemen
3Profilwissen exportieren1–2 StundenMEGA Prompt und Zusatz-Prompts
4Skills übertragen15 Minuten je SkillSchritt 2
5Dateien übertragen1–3 StundenSchritt 1 für die Struktur
6Guardrails setzen30 Minutenkeine
7Agenten nachbauen20–40 Minuten je AgentSchritte 4 und 5
8Prompts übertragen2–3 Minuten je Promptkeine
9Workflows erzeugen30–60 Minuten je WorkflowSchritt 7
10Integrationen verbindenje nach SystemAdministratorrechte

Parallelbetrieb statt Stichtagsumstellung

Betreibe beide Plattformen nach der Migration zwei bis vier Wochen parallel und hole Nachzügler bei Bedarf, statt vorsorglich alles mitzunehmen. Was in dieser Zeit nie gebraucht wurde, brauchst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit auch danach nicht. Erst nach dieser Phase und nach der Lückenprüfung mit Prompt N2 sollte der Langdock-Zugang enden.

Wie Datenchaos vermieden wird

Vier Regeln genügen, um im neuen System Ordnung zu halten. Sie sind der eigentliche Kern dieses Leitfadens.

A

Nutzung als Filter

Was in Langdock über Monate nicht angefasst wurde, wird nicht migriert. Die Usage-Export-Daten machen diese Entscheidung überprüfbar statt willkürlich und ersparen die Diskussion mit dem eigenen Sammlerinstinkt.

B

Verdichtung statt Vollständigkeit

Chatverläufe wandern nie wörtlich, sondern ausschließlich als thematische Wissens-Extrakte. Ein Jahr Rohprotokolle in einer Wissensdatenbank verschlechtert die Trefferqualität, weil die semantische Suche dann auf Gesprächsrauschen statt auf Aussagen stößt.

C

Eine Struktur, vor dem ersten Upload

Der lokale Migrationsordner ist die einzige Stelle, an der Ordnung entsteht. Da nuwacom Ordnerstrukturen mitsamt Unterordnern übernimmt, wird diese Ordnung unmittelbar zur Ordnung im Zielsystem.

D

Ein Manifest als Kontrolle

Aus den Listenabrufen der Wissensordner-Schnittstelle entsteht eine Übersicht aller Dateien mit Name, Typ, Datum und automatisch erzeugter Zusammenfassung. Sie beantwortet später die Frage, ob etwas fehlt, ohne dass Du beide Systeme vergleichen musst.

Was definitiv nicht mitkommt

Ehrlichkeit an dieser Stelle erspart Enttäuschungen mitten in der Migration. Für jeden Punkt existiert ein manueller Ersatzweg, und in Summe sind es wenige Stunden Handarbeit.

Nicht übertragbarGrundErsatzweg
Wörtliche ChatverläufeWeder Exportfunktion noch Chat-Schnittstelle vorhanden; Freigabe nur an den SupportVerdichtung je Chat mit Prompt C, danach Konsolidierung mit Prompt D
Memory-EinträgeNur über die Oberfläche zugänglich, keine SchnittstellePrompt A, ersatzweise Kopie aus dem Memory-Bereich der Kontoeinstellungen
Workflow-DefinitionenKein maschineller Ausgang, zudem unterschiedliche FormateBauanleitung mit Prompt M4, Neuerzeugung im nuwacom-Chat
PromptbibliothekKein Export vorgesehenAuswahl manuell kopieren, Variablensyntax mit Prompt M5 anpassen
OAuth- und AktionskennungenArbeitsbereichsgebunden, aus Sicherheitsgründen nicht portierbarIntegrationen einzeln neu verbinden und autorisieren
Dateien aus Wissensdatenbanken per APISchnittstelle liefert nur Metadaten und ZusammenfassungenUmwandlung in einen Ordner oder Sammel-Download über Recent Files
Nutzungsstatistiken und AuditprotokolleExportierbar, aber im Zielsystem nicht einspeisbarAls CSV archivieren, nur zur Priorisierung nutzen

Die Prompts für den Umzug

Sieben Prompts begleiten die acht Etappen. Fünf laufen in Langdock, zwei in nuwacom. Alle stehen im Volltext bereit und sind einzeln kopierbar.

PromptZweckPlattformWann einsetzen
M1Inventur des ArbeitsbereichsLangdockzu Beginn, vor allen Entscheidungen
M2Skills als SKILL.md ausgebenLangdockin einem Chat mit aktiven Skills
M3Agentenkonfiguration dokumentierenLangdockje Agent, im jeweiligen Agentenchat
M4Workflow als Bauanleitung beschreibenLangdockje erhaltenswertem Workflow
M5Prompts für die Übertragung aufbereitenLangdockeinmalig für die ausgewählten Prompts
N1Importierten Bestand aktivierennuwacomnach dem Upload in die Wissensdatenbank
N2Migrationslücken prüfennuwacomnach zwei bis vier Wochen Parallelbetrieb

Begleitung durch den offiziellen Implementierungspartner

Kinside ist offizieller Implementierungspartner von nuwacom und begleitet Unternehmen von der Auswahl über die Migration bestehender KI-Wissensbestände bis zur produktiven Nutzung und zur didaktischen Befähigung der Teams.